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Geschichte

Im Jahr 2007 startete Trading-Watchlist.de als nichtkommerzielles, privates Projekt. Ziel war es, den Nutzen der professionellen technischen Analyse einem breiten Publikum kosten- und werbefrei zu präsentieren.

Das Webangebot sollte einen Gegenpol zu den massenhaft vertretenen zweifelhaften  Börsenbriefanbietern darstellen, die mit Performanceversprechungen von 1000% und mehr,  Kursprognosen aus der Glaskugel und undurchsichtigen Musterdepots den Markt überschwemmen.

Aufgrund der stetig steigenden Nachfrage wurde das Angebot im Jahr 2009 um zahlreiche Dienstleistungen erweitert. Um SMS-Services und Videoanalysen werbefrei umsetzen zu können, wurden die Dienste teilweise kostenpflichtig.

Dennoch sind auch heute noch alle Bereiche der Webseite frei zugänglich und alle Analysen lückenlos und transparent nachvollziehbar. Nur so können wir garantieren das zu bieten, was uns am wichtigsten ist:

Chartanalyse und Trading - Authentisch - Unabhängig.

 

Falsch verstanden - Was technische Analyse nicht ist

 

Das Angebot an Börsenanalysen ist unüberschaubar groß und nicht immer ist ohne weiteres erkennbar, was professionell und auf Fakten begründet und was bloße Scharlatanerie ist.

Lebensbereiche in denen Emotionen wie Angst und Gier die bestimmende Rolle spielen, waren schon immer eine Spielwiese für Propheten und Wahrsager. Zweifelsohne handelt es sich bei der Börse um so einen Lebensbereich. Von Außenstehenden  wird technische Analyse daher immer wieder in einen Topf geworfen mit Pseudowissenschaften wie Astrologie und Numerologie.

Mein erster Kontakt zur technischen Analyse in den 90er Jahren führte daher auch bei mir zu dem Schluss, niemand könne ernsthaft behaupten, dass Linien und Indikatoren in einem Chart, bei dem es sich ja lediglich um eine Abfolge von Kursdaten aus der Vergangenheit handelt, eine wie auch immer geartete Prognosekraft entfalten könnten. 

 

Mein Verständnis von technischer Analyse

 

Obwohl ich seitenweise darüber schreiben könnte, aus welchen Gründen ich mittlerweile nicht mehr so denke, möchte ich dies an nur einem Beispiel darlegen.

Angenommen ich käme nach Auswertung der fundamentalen Unternehmens-kennzahlen, wie Umsatz und Gewinn und Analyse der volkswirtschaftlichen Faktoren, wie Arbeitslosigkeit und Bruttoinlandsprodukt zu dem Schluss, Daimler habe das beste Jahr seiner Geschichte vor sich. Und weiterhin angenommen, diese Aussage träfe zu und Daimler hätte tatsächlich das beste Jahr seiner Geschichte vor sich. So hätte diese Analyse für sich genommen dennoch keinerlei Auswirkung auf die Kursentwicklung.

Um den Kurs der Daimler-Aktie nun steigen zu lassen bedarf es nämlich zunächst der Aktivität der Marktteilnehmer. Diese müssen überwiegend ebenfalls zum Schluss kommen, Daimler habe das beste Jahr seiner Geschichte vor sich und beginnen, Aktien zu kaufen.

Beginnt die Mehrheit der Marktteilnehmer entgegen meiner zutreffenden Analyse zu verkaufen, wird der Kurs nicht steigen, sondern fallen und zwar obwohl ich mit meiner Aussage im Recht bin. So einfach ist das.

Wie aber die Marktteilnehmer tatsächlich agieren, zeigt sich im Chart und nur dort. Einzig im Chart schlagen sich Käufe und Verkäufe mit echtem Geld nieder. Und diese sind die einzigen Kräfte, die den Kurs bewegen können, nicht die Aussagen aus den Analystenhäusern.

Chartanalyse bedeutet daher nicht Kurshistorien aus der Vergangenheit wahllos mit Linien zu verbinden, sondern es bedeutet das tatsächliche Verhalten der Marktteilnehmer bildlich vor sich zu haben und dieses zu analysieren. Als technischer Analyst komme ich daher zu dem Schluss: "Im Chart ist die ganze Wahrheit enthalten."

Sichere Prognosen kann es in einem regulären Markt dennoch nie geben. Nehmen wir an, ich könnte mit absoluter Sicherheit den Anstieg der Daimler-Aktie von aktuell 50 Euro auf künftig 60 Euro prognostizieren. Dann würden die Marktteilnehmer, die keine Aktien haben, solange kaufen, bis der Kurs bei 60 Euro stünde und einen sicheren Gewinn von bis zu 10 Euro pro Aktie einfahren. Aber wer sollte ihnen diese Aktien verkaufen? Marktteilnehmer, die im Besitz von Daimler-Aktien wären, würden diese halten, bis der Kurs bei 60 Euro stünde. Im Ergebnis würde kein Handel mehr stattfinden und der Markt würde zusammenbrechen.

Auch technische Analyse kann daher keine exakte Wissenschaft sein. Sie führt selten zu genauen Vorhersagen und nie zu sicheren Prognosen. Vielmehr handelt es sich um das Abwägen von Wahrscheinlichkeiten.

Eine Kursbewegung in eine bestimmte Richtung scheint zu einem gegebenen Zeitpunkt wahrscheinlicher als eine andere. Deshalb ist die andere Kursbewegung keineswegs ausgeschlossen. Sie scheint dem Analysten nur nicht so wahrscheinlich.

Häufig werden Kursmarken von besonderem Interesse ausgemacht, so dass sich Aussagen als "Wenn-Dann Verknüpfungen" treffen lassen. Beispielsweise: „Wenn die Unterstützung im Bereich von 4000 Punkten gebrochen wird, wird es wahrscheinlich Abgaben bis in den Bereich von 3600 Punkten geben."

Was nützt es nun für das eigene Trading, wenn man zum Schluss kommt, das eine Kursszenario sei ein wenig wahrscheinlicher als das andere? Um die Frage mit einer Gegenfrage zu beantworten: „Was nützt es der Spielbank, wenn sie beim Roulette einen Wahrscheinlichkeitsvorteil von nur 2,7% gegenüber dem Spieler hat?“

 

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen erfolgreiche Trades

 

 

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